Masterprojekt FH St. Pölten 2011/12

"Family Group Conference – ein Verfahren erobert die Welt"

  • Projektleitung: Christine Haselbacher
  • Laufzeit: Jänner 2011 – April 2012
  • ProjektmitarbeiterInnen: Studierende des Masterstudiengangs Soziale Arbeit an der FH St. Pölten - Bauer-Unzeitig Carina, Geyerhofer Michael, Hagenauer Nina, Haslbauer Julia, Hinterbauer Timo, Krgo Edina, Mayer Sabine, Richter Veronika
  • ProjektpartnerInnen: Jugendwohlfahrt Niederösterreich (GS6)


Abstract

Dem Einbezug von Ideen und Vorstellungen von KlientInnen und ihrem familiären und sozialen Umfeld in die Betreuungs- und Beratungsarbeit wird seit einigen Jahren in der Sozialen Arbeit verstärkt Aufmerksamkeit gewidmet. Partizipation und Beteiligung bezieht einerseits Wünsche und Interessen von KlientInnen mit ein und wird andererseits der Leitlinie Ressourcenorientierung vieler sozialer Institutionen gerecht. Im Bereich der Jugendwohlfahrt werden die Betroffenen, insbesondere die erweiterte Familie bisher vergleichsweise nur wenig in die Entscheidungsfindung über Maßnahmen und die Entwicklung von Hilfeplanungen einbezogen. Dies führt oft dazu, dass es nicht gelingt, Lösungen zu erzielen, die auf Akzeptanz bei den betroffenen Familien stoßen, wodurch die Wirksamkeit von Maßnahmen beeinträchtigt wird. Insbesondere bei schwierigen Familienkonstellationen erscheint es daher notwendig, Modelle zu entwickeln, die einen stärkeren Einbezug aller Betroffenen ermöglicht. Das Verfahren „Family Group Conference“ (FGC) scheint dafür besonders geeignet.

 

Projektziel

In Österreich wird die Methode FGC noch nicht angewendet. Aus den bisherigen positiven Erfahrungen in anderen Ländern und den folgenden daraus resultierenden Aspekten, erscheint eine Implementierung jedoch als sehr sinnvoll, die Methode ist kultursensibel und deshalb für alle in der Jugendwohlfahrt unterstützten KlientInnengruppen geeignet, weiters weisen die bisherigen Evaluierungsstudien sehr gute Erfolge vor und zeigen positive Veränderungen auf Seiten der Familie sowie der Behörde. In einigen Fällen lassen sich dadurch kostenintensive Maßnahmen wie etwa Fremdunterbringungen vermeiden und in der Folge die Nachhaltigkeit von Jugendwohlfahrtsmaßnahmen verbessern.

Im Rahmen des Masterprojektes sollen erste Familienräte in Niederösterreich durchgeführt, wissenschaftlich begleitet und evaluiert werden.

 

Forschungsdesign

  • Theoretische Fundierung: Theoriekonzepte (Partizipation, Macht in der Sozialen Arbeit, Ambivalenzen und Widersprüche, Kommunitarismus, Soziales Kapital), sowie bisherige Evaluationsstudien aus dem deutsch- und englischsprachigen Raum
  • Vorerhebungen Jugendwohlfahrt NÖ: Leitungsebene, SozialarbeiterInnen, Eignung der Fälle schon im Vorfeld durch PLin abgedeckt
  • Erstellen interessierender Forschungsfragen zur Implementierung in Niederösterreich auf struktureller Ebene, auf fachlicher Ebene
  • Auswahl der Fälle
  • Schulung der KoordinatorInnen
  • Durchführung von Familienräten in Niederösterreich
  • Wissenschaftliche Begleitung - Evaluationsstudie: Datenerhebung- und Auswertung – Interviews HelferInnen, Familienmitglieder, KonferenzteilnehmerInnen, KoordinatorInnen
  • Darstellung der Ergebnisse
  • Abschlussbericht: Fazit und Ausblick

 

Wissenschaftliche Begleitstudie

Seit Jänner 2011 läuft in den beiden Bezirkshauptmannschaften St. Pölten und Amstetten ein Pilotprojekt zur Implementierung des Verfahrens Familienrat im Kontext der Jugendwohlfahrt. Eine wissenschaftliche Begleitstudie des Masterstudienganges der FH St. Pölten dient der systematischen Evaluierung und Qualitätssicherung. Die daraus entstehenden Masterthesen liefern einen Endbericht, in dem der gesamte Forschungs- und Entwicklungsprozess dokumentiert wird.

 

KooperationspartnerInnen

 

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