Ablauf

Eine Family Group Conference wird meist durch eine/n Sozialarbeiter/in angeregt, die/der nach eingehender Information und im Einverständnis mit der Familie diese an eine/n KoordinatorIn überweist (Überweisung). Seitens der Sozialarbeit sollte eine Sorge, die es zu bearbeiten gilt, klar formuliert sein. Die Einladungsliste erstellt der/die Koordinator/in gemeinsam mit dem Jugendlichen oder der Familie, wobei möglichst alle Familienmitglieder bzw. Personen, die mit der Situation des Kindes/Jugendlichen befasst sind oder sein könnten, eingeladen werden sollten (Vorbereitungsphase). Ziel des Familienrats ist es  einen konkreten Plan zur Unterstützung zu erarbeiten.

Teilnehmen sollten mindestens sechs Personen, da die Konferenz sonst zu wenige Ressourcenpersonen hat. Der größte TeilnehmerInnenkreis einer Konferenz in den Niederlanden zählte 34 Personen.

Ablauf in drei Phasen
Die Konferenz selbst ist in mehrere Phasen unterteilt:

  • Begrüßungsphase
    Der/die Koordinator/in begrüßt die erweiterte Familie und stellt Personen – wenn nötig – einander vor. Auch Rituale – wie zu tanzen oder zu beten – können Bestandteil dieser Phase sein.
  • Informationsphase
    Das zu lösende Problem, Bedingungen des/der fallzuständigen Sozialarbeiters/in sowie eventuell rechtliche Rahmenbedingungen und professionelle Unterstützungsangebote werden erläutert. Auch Gesprächsregeln und Pausen werden festgelegt.
  • Exklusive Familienzeit
    In dieser Zeit berät die Familie allein. Der/die Koordinator/in steht für Fragen, im Fall von Krisen oder zur Moderation von Konfliktfällen in einem Nebenraum zur Verfügung. Die Familie berät über das Problem und mögliche Lösungen und erstellt selbständig einen Plan mit Vereinbarungen und Zuständigkeiten. Anschließend wird der Plan von der Familie vorgestellt und von dem/der fallzuständigen Sozialarbeiter/in als passend oder adaptionsnotwendig eingestuft. In einem Kontrakt werden die Vereinbarungen möglichst konkret festgehalten, er wird schließlich von allen Beteiligten unterzeichnet.

In einer möglichen Folgekonferenz (nach ca. drei Monaten) mit all jenen, die Aufgaben übernommen haben, kann die Einhaltung der Vereinbarungen geprüft und etwaige Nachbesserungen können vorgenommen werden.