Familienrat: PraktikerInnen trafen sich in Döbling

Koordinatorinnen und Koordinatoren von Familienräten diskutierten neue Entwicklungen der Family Group Conference (FGC) in Österreich.

Am 16. Juni 2016 fand bereits zum fünften Mal das Österreichische Netzwerktreffen Familienrat - FGC statt. FH-Professorin Christine Haselbacher, Leiterin des Lehrgangs Familienrat an der Fachhochschule St. Pölten begrüßte 16 PraktikerInnen aus Niederösterreich, Steiermark, Salzburg und Wien im Haus Döbling in Wien. Ziele des Treffens waren der Austausch unter den TeilnehmerInnen und die Bestandsaufnahme des Familienrates in den einzelnen Bundesländern.

Neue Anwendungsbereiche des Familienrats

Johannes Pflegerl, Leiter des Ilse Arlt Instituts für Soziale Inklusionsforschung, stellte das Masterprojekt „Unterstützungskonferenz im Kontext der Betreuung älterer Familienangehöriger“ vor. Studierende erforschen unter der Leitung von Pflegerl und Sabine Sommer, wie das Modell des Familienrates in der Pflege älterer Menschen bestmöglich eingesetzt werden kann. Pflegerl wies auf die Unterschiede zu einem Familienrat im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe hin, erläuterte aber auch die Chancen, die die Methode im Kontext der Betreuung pflegebedürftiger älterer Menschen eröffnet. Auch der Bachelor Studiengang Soziale Arbeit der FH St. Pölten startet demnächst auch ein Projekt zur Evaluierung des Familienrats in Österreich unter der Leitung von Christine Haselbacher und Sabine Sommer.

Georg Wieländer vom Verein neustart berichtete über die Neuerungen der Sozialnetzkonferenzen im Kontext des Maßnahmenvollzuges. neustart bildet die Koordinatorinnen und Koordinatoren für diese Konferenzen selber aus. Derzeit sind in Wien zwölf tätig. Auch Wieländer betonte die Unterschiede zu einem Familienrat im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe und erklärte die gesetzlichen Grundlagen für eine Sozialnetzkonferenz.

Vernetzung und Austausch

Im Anschluss berichteten die TeilnehmerInnen über den Stand der Ausbildung von Koodinatorinnen und Koordinatoren und über Fortschritte in der Organisation von Familienräten in den Bundesländern. Die verbliebene Zeit wurde für intensiven Austausch genutzt. Dabei standen die stärkere Vernetzung und eine bessere Kommunikation im Mittelpunkt.