Rege Teilnahme an Zukunftswerkstatt








Am 17.6.2013 entstanden neue Ideen sowie Utopien und Wünschen rund um das Verfahren Familienrat.

TeilnehmerInnen aus den bisherigen Ausbildungskursen zur Koordination von Familienräten sowie aus dem Projekt "Netzwerkaktivierung im arbeitsmarktpolitischen Kontext", KollegInnen aus der Jugendwohlfahrt sowie der FH St. Pölten nahmen an der Zukunftswerkstatt teil. Aufgrund dieser Mischung der TeilnehmerInnen konnten viele verschiedene Gesichtspunkte rund um den Familienrat angesprochen werden.

Zunächst wurde etwa die aktuelle Situation des Familienrats diskutiert, wobei vor allem festgestellt wurde, dass das Modell noch nicht ausreichend bekannt ist und auch einige Strukturen im Berufsalltag nicht genügend Raum für das Verfahren bieten. In der für eine Zukunftswerkstatt vorgesehenen Utopiephase (siehe Erklärung unten) wurden zahlreiche Wünsche formuliert, beispielsweise nach unbeschränktem Budget, einem eigenen Familienrat-Büro auf jeder Bezirkshauptmannschaft und viele mehr.

Ein Thema lag den TeilnehmerInnen besonders am Herzen: Die eingebrachte Vorstellung, den Familienrat vor einer Fremdunterbringung verpflichtend vorzusehen. Dafür wurde in der Praxisphase ein Maßnahmenkatalog entwickelt.

Zur Erklärung: Eine Zukunftswerkstatt durchläuft drei Phasen:

  • In der ersten Phase (Kritikphase) wird ein Zustand oder eine Situation kritisiert. Hier ist es möglich, einen Zustand sehr kritisch unter die Lupe zu nehmen.
  • In der zweiten Phase (Utopiephase oder Phantasiephase) dürfen anhand der Kritik Phantasien und Utopien entwickelt werden. Hier ist es möglich, den kritisierten Zuständen eigene Utopien entgegen zu setzen. In dieser Phase ist es strengsten verboten, die Utopien und Phantasien zu kritisieren. Dies ist deshalb so wichtig, weil durch scheinbar „vernünftiges“ argumentieren (das geht doch nicht, weil wir kein Geld haben…etc.) Ideen oft im Keim erstickt werden. Eine nicht ganz einfache Phase, weil uns das hemmungslose „Spinnen“ oft fremd ist. Hier ist es aber erwünscht.
  • In der dritten Phase (Umsetzungsphase oder Verwirklichungsphase) wird überlegt, welche Utopien umgesetzt werden sollen und was dazu getan werden muss. Sehr oft stellt sich heraus, dass dies viel einfacher ist, als anfangs gedacht. Am Ende dieser Phase wird ein „Modell“ entwickelt und ein Maßnahmenkatalog erstellt, wie dieses Modell umgesetzt werden kann.

Ähnlich wie bei einem Familienrat sind die Ergebnisse einer Zukunftswerkstatt nie vorherzusagen. Im Gegenteil, man ist immer wieder erstaunt, was alles möglich ist.